Hitze in der Stadt: Die für das kommende Wochenende prognostizierten Extremtemperaturen von bis zu 39 Grad Celsius im Osten Österreichs verdeutlichen, dass unsere Städte noch nicht ausreichend auf den Klimawandel vorbereitet sind. Eine nachhaltige Anpassungsmaßnahme wäre der umfassende Einsatz kühlender Pflanzen, doch die Stadtbegrünung muss dringend schneller voranschreiten, um in den kommenden Jahren wirksam zu werden.
GRÜNSTATTGRAU, Verband für Bauwerksbegrünung und
ÖGLA | Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur:
- Pflanzen in der Stadt sind keine Dekoration, sondern systemrelevante Klimainfrastruktur.
- Dem Klimawandel kann mit naturbasierten Lösungen effektiv begegnet werden.
- Strategien sind oftmals vorhanden, doch die Umsetzung muss schneller gehen.
- Die „Grüne Wende“ in Städten erhält Lebensqualität und vermeidet gesundheitliche Schäden.
Wien, 24. Juni 2026 – Schon seit Jahren jagd ein Hitzerekord den nächsten. Für kommendes Wochenende werden im Osten Österreichs Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius erwartet. Damit kratzen wir erstmals an der 40 Grad Marke. Solche extremen Werte sind ein Warnsignal: gerade Städte, deren bauliche Strukturen die Auswirkungen des Klimawandels verstärken, sind von Hitze betroffen. Asphalt, Beton und dunkle Fassaden speichern Wärme, geben diese zeitversetzt über die Nachtstunden wieder ab und verschärfen so die Belastung für die Bevölkerung. Besonders für Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen, die im Freien arbeiten, können Extremtemperaturen bedrohlich werden.
„Diese Hitze ist kein kurzfristiges Komfortproblem, Hitzeprävention ist eine Frage der Gesundheitsvorsorge und Zukunftsfähigkeit unserer Städte“, sagt Katharina Mauss, Geschäftsführerin von GRÜNSTATTGRAU, dem österreichischen Verband für Bauwerksbegrünung. Unsere Baukultur braucht ein grundlegendes Umdenken. „Wir wissen längst was wirkt: mehr Grün und weniger versiegelte Flächen.“
Wer zur Klimaanlage greift, verschärft das Problem
Klimaanlagen kühlen Innenräume zwar kurzfristig, lösen aber das Problem der überhitzten Stadt nicht. Ganz im Gegenteil, sie erzeugen zusätzliche Wärme, die in die Umgebung abstrahlt und die Belastung im öffentlichen Raum zusätzlich verschärft. Langfristig braucht es nachhaltige Alternativen, die Hitze auf natürliche Weise puffern, sogenannte naturbasierte Lösungen.
Systemrelevante grüne Infrastruktur
Pflanzen kühlen Städte auf mehreren Ebenen: Sie beschatten Oberflächen, reduzieren direkte Sonneneinstrahlung und senken damit die Aufheizung von Fassaden, Dächern und Straßenräumen. Zugleich kühlen sie durch Verdunstungsleistung. „Das macht Bäume, Beete, Grünanlagen und Bauwerksbegrünungen zu natürlichen Klimaanlagen und somit zur unverzichtbaren, systemrelevanten Infrastruktur in klimawandelgeplagten Städten“, sagt Stephanie Drlik, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur. „Die Begrünung der Städte ist nicht optional, sondern Pflichtprogramm.“
Viele Städte und Gemeinden haben bereits Strategien zur Klimawandelanpassung entwickelt. Die Herangehensweisen der Städte sind sehr unterschiedlich, doch was die Vorhaben vielerorts verbindet: ihre Umsetzung schreitet zu langsam voran. Noch immer werden Stadträume und Gebäude nicht konsequent genug begrünt.
Stadtgrün muss Pflichtprogramm werden
Der Handlungsbedarf für die „grüne Wende“ ist seit langem bekannt, auch das Know-how und die notwendigen Technologien sind längst vorhanden. Doch das Wissen muss schneller als bisher in Umsetzung kommen. „Knapp 40 Grad in Städten, das ist ein alarmierendes Warnsignal. Die Antwort darauf darf nicht bloß eine Abkühlung der Innenräume durch Klimageräte sein. Um die Extremtemperaturen langfristig in den Griff zu bekommen, müssen Städte so gebaut werden, dass derartige Hitzeinseln erst gar nicht entstehen“, sind sich Mauss und Drlik einig. Und wie so oft bietet hier die Natur die besten Lösungen: „Kühlende Pflanzen die Schatten spenden, durch Verdunstung kühlen und Oberflächen die Wasser speichern und die Pflanzen versorgen, das ist die städtische Infrastruktur der Zukunft“.
Weiterführende Kontakte:
www.gruenstattgrau.at
Katharina Mauss, Geschäftsführerin GrünStattGrau
katharina.mauss@gruenstattgrau.at
www.oegla.at
Stephanie Drlik, Geschäftsführerin ÖGLA
geschaeftsfuehrung@oegla.at
Beitragsbild:
Klimafitte bepflanzte Thaliastraße, in Wien 16., Planung: DnD Landschaftsplanung
Copyright: H. Zottmann, DnD Landschaftsplanung
www.dnd.at






















